Boltenhagen 2012

Alle Jahre wieder führt es die Damen und Herren des SV Eichstädt an die Ostsee zu einem der zahlreichen Beachhandballturniere. So auch am vergangenen Wochenende, an dem beide Teams mit viel Spaß beim Seebrückencup in Boltenhagen auf Torejagd gingen – und das am Ende sogar sehr erfolgreich. Bei bestem Sonnenschein zog das wieder einmal gut organisierte Turnier ganze 12 Frauen- und 10 Herrenteams an den Strand. Obwohl das Teilnehmerfeld traditionell stark durch regionale Mannschaften geprägt ist, waren insgesamt Teams aus sieben Bundesländern am Start. Die SVE-Damen, seit jeher als Havelnixen an der Ostsee bekannt, brauchten einige Zeit um in Fahrt zu kommen. Im ersten Vorrundenspiel gegen die „Handgranaten“ aus Stade war die Mannschaft noch nicht ganz wach und musste sich in beiden Halbzeiten geschlagen geben. Das zweite Spiel lief schon etwas besser, gewann man gegen die „Torjäger“ aus Wismar immerhin eine Halbzeit. Unkonzentriertheiten im anschließenden Penaltywerfen entschieden die Partie dann allerdings für die Gegnerinnen. Nachdem die Fehler der ersten beiden Spiele analysiert wurden, schlug nun die Stunde der Havelnixen. Mit einer kämpferisch starken Leistung und sehenswert herausgespielten Toren wurde der haushohe Favorit und spätere Turniersieger vom „Rostocker Beach Club“ in beiden Hälften geschlagen. Nach diesem Paukenschlag lag die Motivation wieder bei 100 %, sodass die Eichstädterinnen anschließend auch dem Jördensdorfer SV keine Chance ließen. Nach Auszählen der Punkte reichte es durch die enorme Leistungssteigerung der Damen zu einem 3. Platz in der Vorrunde, was den Einzug ins Viertelfinale bedeutete. Dort bekamen es die Oberkrämerinnen mit den spielstarken Damen des HSV Haldensleben zu tun. Dass diese als Gruppenzweite favorisiert waren, bewiesen sie in Hälfte eins und ließen den Nixen keine Chance. Doch ein Aufbäumen und die starke Leistung der beiden Torhüterinnen brachten die Oberkrämerdamen zum Sieg der zweiten Halbzeit und zur Chance das Halbfinale im Penaltywerfen zu erlangen. Doch dort triumphierten die Haldenslebenerinnen, die am Ende auch ins Finale einzogen und Turnierzweiter wurden. Die Eichstädterinnen hingegen freuten sich am Ende über ihren sehr guten 5. Platz. Noch viel besser lief es beim SVE-Männerteam. Zunächst starteten die Oberkrämer ähnlich verhalten ins Turnier wie die Damen. Gegen die Beachhandball-Neulinge von Teutonia Hamburg gewann man allerdings trotz einer durchschnittlichen Leistung beide Halbzeiten. In der zweiten Partie musste man dann gegen den ESV Dresden ran. Auch hier zeigte die Mannschaft einige Schwächen, sodass sich das Spiel erst im Penaltywerfen entschied. Hier gab sich Eichstädt dann allerdings keine Blöße und bezwang die Sachsen sicher. Der stärkste Vorrundengegner und zudem Favorit auf den Turniersieg wartete im dritten Vorrundenspiel auf die SVE-Männer. Gegen das „Beachteam Rostock“, seit Jahren eine feste Größe im Sand, rief Eichstädt dann aber eine grandiose Leistung ab. Zum viel umjubelten 2:0-Sieg trugen sowohl die zahlreichen Tore der beiden Torhüter, als auch sehenswerte Kempatreffer und eine bärenstarke Abwehrarbeit bei. Nach diesem Erfolg war der Halbfinaleinzug so gut wie perfekt. Daran änderte auch die anschließende knappe Niederlage im Penaltywerfen gegen die „Sandkrähen“ aus Grevesmühlen nichts mehr. So zog das Team verdient als Gruppenerster ins Halbfinale ein, in dem mit der TSG Wismar der Zweitplatzierte der Gruppe B wartete. Eingestellt von ihrem Trainer Andreas Zuch boten die Oberkrämer auch hier wieder eine optimale Leistung. Von der zum Teil rüden Spielweise des Gegners ließ sich Eichstädt in keiner Spielphase beeindrucken und spielte den Gegner in sehenswerter Weise an die Wand. Ungefährdet gewann man beide Halbzeiten. Nachdem man in den vergangenen Jahren stets im Semifinale scheiterte, war die Freude über den erreichten Finaleinzug enorm. Im mit Spannung erwarteten Endspiel bekam man es dann abermals mit dem „Beachteam Rostock“ zu tun. Von Beginn an entwickelte sich eine heiß umkämpfte Partie, bei der sich beide Teams nichts schenkten. Eichstädt beeindruckte mit einer starken Abwehr, schloss im Angriff jedoch mehrmals zu früh ab und scheiterte an den Rostocker Torhütern. Die erste Halbzeit ging so knapp mit 10:11 verloren. In der zweiten Hälfte lief es im SVE-Angriff zunehmend besser und die Abwehr stand weiter ihren Mann. Beim Stand von 12:12 gelang den Eichstädtern kurz vor Abpfiff noch der 13:12-Siegtreffer, sodass der Turniersieg im Penalty entschieden werden musste. Hier zeigte sich dann aber, dass das „Beachteam“ schon so einige Finals gespielt hatte. Sicher netzten die Rostocker Tor um Tor ein, profitierten von zwei Fehlwürfen der Eichstädter und gewannen das Turnier am Ende mit knappem Vorsprung. Die Enttäuschung auf Eichstädter Seite währte jedoch nicht länger als ein paar Sekunden. Ebenso wie der Gegner den Sieg, feierte die Zuch-Truppe ihren zweiten Platz mit lauten Chören und einem Mannschaftsbad in der 16° warmen Ostsee. Am Ende des Tages konnten alle Beteiligten auf ein erfolgreiches und in erster Linie sehr freudiges Beachhandballwochenende zurückblicken, sodass die Teilnahme im kommenden Jahr so gut wie sicher scheint.